Das Auffinden des Römischen Theaters war nicht nur aus archäologischer, sondern auch aus touristischer und gesellschaftlicher Sicht ein wichtiges Ereignis für Cartagena. Dank dieser bedeutenden Funde wurden in Hinsicht auf Touristenattraktionen und die Feiern der Karthager und Römer neue Ausgrabungen geplant. Nach dem Abriss des Palastgebäudes der Condesa Peralta war man durch Zufall auf diesen Fund gestossen. Das war der Beginn von gross angelegten Forschungen zwecks Erfassung des Ausmasses dieser archäologischen Funde und der besten Art ihrer Erhaltung und Wahrung.
Nach Festhalten des grossen Wertes und des ausgezeichneten Zustands des Fundes wurde beschlossen, ihn vollständig zu erhalten. Daher mussten in dem stark verkommenen und verfallenen ehemaligen Fischerviertel zahlreiche Häuser abgerissen werden.
Bei diesen Arbeiten wurden Häuserreste aus dem 16. Jahrhundert gefunden, die zu dem ehemaligen Fischerviertel gehörten, des weiteren Münzen aus der Zeit von Karl III., Phlipp V. und den Katholischen Königen, sowie Mauern und Reste einer islamischen Siedlung. Weiter unten stiess man auf Spuren der Verwüstung der Stadt durch die eintreffenden Wandalen. Des weiteren fand man Häuserreste aus dem Byzanthinischen Viertel und unter diesen einen wahrscheinlich aus dem 4.
Jahrhundert n. Chr. stammenden spätrömischen Markt, der auf dem Römischen Theater ruhte. Für den Bau des Marktes waren zum Grossteil Bestandteile des Römischen Theaters verwendet worden, sodass zahlreiche Säulen, Grundsteine, Kapitele... gerettet werden konnten, die ihrerseits den künftigen Wiederaufbau des Theaters mit den seinerzeitigen architektonischen Elementen gestatten werden.
Das sind jedoch nicht die einzigen in Cartagena gemachten archäologischen Funde. Gleichermassen wichtig und einen Besuch wert ist die Punische Mauer, die 1989 am Südhang des Monte de San José entdeckt wurde. Es handelt sich hier um einen der wichtigsten Funde. Da die Römer kaum punische Bauwerke für sich nutzten, findet man im Mittelmeerraum nur wenige Reste dieser Zivilisation. Der Bau fand unter der Herrschaft der Karthager auf Anordnung General Hasdrubals Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. statt, denn die Gründung der karthagischen Stadt Quart-Hadast (heute Cartagena) wird 227 v. Chr. festgeschrieben.

Die Stadtmauer besteht aus zwei lotrecht verlaufenden Mauern aus gelbem Sandstein. Den Zwischenraum zwischen beiden Mauern benutzten die Wächter während ihres Dienstes, was ihre Aufgabe erheblich erleichterte. Bei den Ausgrabungen der Stadtmauern stiess man durch Zufall auf die Gruft oder Krypta, die zur ehemaligen Einsiedelei San José gehörte und aus der Zeit zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert stammt. Dieser Fund wurde kaum berührt, sodass der Besucher sich am Anblick des Inneren erfreuen kann.
Des weiteren kann man in der Fundstätte Haus des Glücks sehen und erfahren, wie die ehemaligen römischen Häuser und ihre Bürgersteige aussahen. Diese Fundstelle ist das Ergebnis der Verbindung eines Gehsteiges und zwei Häusern, die im Untergeschoss eines Bankhauses gefunden wurden. Dazu gehört ein weiterer Fund im Keller eines Nachbarhauses, die inzwischen zum Projekt „Cartagena, Puerto de Culturas“ gehören.
Decumano auf dem Plaza de los Tres Reyes.
Dieser Fund wurde 1968 entdeckt und ausgegraben. Hier wurde zum ersten Mal in Cartagena die Technik eines Untergeschosses angewandt. Dabei werden die gemachten Funde erhalten und Gebäude darauf errichtet.
Innerhalb dieser Fundstelle können wir das „Decumano Máximo“ Cartagenas betreten, das den ehemaligen Hafen der Stadt mit dem Forum verband (der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Römer). Gleichzeitig war es ein wichtiger Geschäftsbereich mit zwei kleinen Läden oder „tabernae“. Hier erfährt man, welche Waren verkauft wurden, wie sich der Handel abwickelte und welche sonstigen Aspekte das tägliche Geschäftsleben in Cartago-Nova bieten konnte. Auf der anderen Seite des Gehsteigs sehen wir Reste von Thermen, die nicht nur für Relax und Erholung dienten, sondern von den Römern in ein öffentliches Gebäude für gegenseitige Kontaktpflege verwandelt wurden.
Die römische Grabstätte Torre Ciega (Blinder Turm) stammt aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und ist somit das älteste turmförmige Denkmal auf der gesamten Iberischen Halbinsel. Es war zu Ehren von Titus Didius, einer Persönlichkeit des damaligen Cartago-Nova errichtet worden und befand sich in der Nekropolis, die ausserhalb der Stadt an der Strasse lag, die damals die Stadt mit der heutigen Stadt Tarragona verband.
Die Byzantinische Mauer wurde 1983 ausgegraben und mit einem Ausstellungssaal versehen. Ursprünglich befanden sich dort zu einem Garten gehörende Säulengänge, der hinter der Bühne des Römischen Theaters lag. Hier lustwandelten und plauschten die Römer vor und nach den Vorstellungen oder in den Pausen. Später benutzten die Byzantiner diese Elemente für den Bau einer Mauer.
Um die Kathedrale Santa María La Vieja ranken sich zahlreiche Legenden. So soll von hier aus der Hl.Jakobus nach seiner Ankunft im Hafen Santa Lucia seinen Weg zur Bekehrung der Iberischen Halbinsel begonnen haben. Einer anderen Überlieferung nach sollen hier die erste Kirche und der Palast des Bischofs von Cartagena gestanden haben.
Das Gebäude machte sich einen Teil des Römischen Theaters als Grundstein zunutze. Wenn man durch einen Gang im Inneren der Kathedrale bis zu einer Kripta gelangt, kann man Mosaikarbeiten aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. erkennen. Aus dem Mittelalter stammen einige noch sichtbare Elemente, wie Kapellen und Bögen. Im Jahre 1571 wurde die Kapelle der Vier Heiligen Cartagenas auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzgangs errichtet. Hier wurde die Schutzpatronin der Hafenstadt, Virgen del Rosell verehrt. Ende des 17. Jahrhunderts ordnete Herzog Veragua den Bau der Kapelle zu Ehren des Cristo del Socorro mit rechteckigem Grundriss und einer auf Hängezwickeln ruhenden Kuppel an. Der letzte Umbau des Gotteshauses ist ein Werk des Architekten Víctor Beltrí aus dem Jahre 1902, der die Kathedrale im neoromanischen Stil ausrichten liess. Leider sind aus all diesen Umbauten derzeit nur wenige Überreste erhalten, da das Gebäude während des Spanischen Bürgerkrieges fast vollkommen zerstört wrude.
El Molinete ist einer der fünf Hügel, aus denen Cartago-Nova bestand. Hier befand sich das Forum der Stadt. Anhand der zahlreichen hier stattgefundenen Ausgrabungen kann man erkennen, dass sich hier mehrere wichtige, gut erhaltene öffentliche Gebäude befanden. Das wichtigste bisher entdeckte Bauwerk ist die Tríada Capitolina, ein Tempel aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., in dem Jupiter, Juno und Minerva verehrt wurden.
In der Strasse Morería Baja befinden sich die zu einem gewaltigen öffentlichen Gebäude gehörenden Säulen. Sie waren Bestandteil eines Säulenganges einer Basilika in der Nähe des römischen Hafens. An den Säulen erkennen wir die Ablagerung mit den in toskanischer Form angelegten Säulen. In ihrer Nähe wurden Amphoren und Münzen zusammen mit anderen Elementen gefunden, die zum täglichen Leben der Römer in der Stadt Cartago-Nova gehörten.
Das Augusteum wurde bei Ausgrabungen im Jahre 1991 entdeckt. Es wurde kürzlich restauriert und in ein kleines Museum über dem römischen Forum verwandelt. In der archäologischen Fundstätte erkennen wir die Reste einer Lehranstalt zu Zeiten des Kaisers Augustus aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Hier trafen sich die Priester, um Augustus zu verehren.

Die Festung Castillo Concepción entstand im 14. Jahrhundert, wenngleich belegt ist, dass hier bereits früher eine Festung bestand. Die Lage dieser Fundstätte und der Bau als solcher geben uns eine Vorstellung von der Bedeutung dieses Gebäudes im Laufe der Geschichte. Die Burg liegt auf einem der fünf Hügel, auf denen die Stadt Cartago-Nova gegründet wurde. Für das Gebäude wurden römische Überreste wie Säulen, Inschriften und Grabtafeln des römischen Amphitheaters und aus dem Bereich Antiguones verwendet. Vor kurzem wurde festgestellt, dass die Kellerräume des Gebäudes wahrscheinlich zu Römerzeiten für die Aufbewahrung von Zisternen verwendet wurden und das Wasser von hier aus entsprechend weitergeleitet und verteilt wurde.
Heute befindet sich hier das Schauzentrum für die Geschichte Cartagenas, in dem der Besucher alle Einzelheiten über die Geschichte Cartagenas und die berühmtesten Cartagener erfahren kann.